#Flashback12: KONY 2012 – die nächste Sharingrevolte

Inzwischen müssten die meisten Wind davon bekommen haben. Kony 2012 steigt gerade zur nächsten Sharingrevolte im Internet auf. Zur Nächsten? Ja, das ACTA-Video von Anonymous hat uns das bereits vor einigen Wochen vorgemacht. Und gucken wir jetzt zurück? Was ist seitdem passiert? Ein Video geht rum und erregt Aufsehen in der gesamten Internetbevölkerung. Zehntausende gehen Deutschland weit auf die Straße, sie wollen sich Gehör verschaffen. Die ersten Demos waren sehr gut besucht, bei der 2. Welle hat sich der Hype schon erholt und jetzt stockt die Petition beim Bundestag bei 30.000 Unterstützern. Was lernen wir daraus? Sharingrevolten sind kurz und heftig, können vielleicht was verändern, wenn das Interesse der Aufbegehrer schon längst wieder abgeflaut ist. Ich sage nicht, dass es war falsch gegen ACTA auf die Straße zu gehen, aber ich bin davon überzeugt, ein oberflächlicher (ja, das Video war oberflächlich!) und kurzer Aufstand reicht nicht um solche Vorhaben zu verhindern.

Nun aber weiter zu KONY 2012. Die Generation Internet springt auf ein neues Pferd, das alte scheint wohl im sicheren Stall, KONY 2012. Da erscheint ein Video, es ist nicht schlecht gemacht, ein Kind redet man muss Kony stoppen. Kinder und Katzen überzeugen immer. Das Problem ist nicht unbedingt Kony, sondern WIR. Ja ihr habt richtig gehört WIR sind das Problem. Kony ist nur ein Symptom einer Krankheit, die wir schon längst hätten heilen können. Die reichen Industrienationen hätten schon vor X-Jahren die Probleme der verschiedenen Gesellschaftsstrukturen, AIDS und den Hunger sinnvoll bekämpfen können, und das OHNE Waffen. Viele Internetkinder denken jetzt: „Wuhu, ich kann was tun um nur noch kurz die Welt zu retten“ (http://www.youtube.com/watch?v=4BAKb2p450Q). Sie müssen nur noch ihre ganzen Facebookfreunde zu irgendwelchen Veranstaltungen um Plakate zu kleben einladen und sie in Gruppen einladen. Sie wollen Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit schaffen, damit irgendwer dann irgendwas macht damit irgendwo in Afrika ein Warlord verschwindet und der Nächste auftaucht und weitermacht. Dieses Hoffen das etwas passiert ist ein großer Baustein der Sharingrevolte. Aber wenn man Plakate klebt, hat man ja was gemacht kann man sagen. Ich will die ganze Aktion nicht schlecht reden immerhin interessieren sich Jugendliche für das, was in der Welt passiert und somit ist unsere Jugend nicht entpolitisiert. Sie wird nur im Glauben gehalten, sie würden mit ein paar Klicks die Welt verändern.

Im Endeffekt ist die Diskussion um KONY hin, KONY her nicht wirklich zielführend. Wir können über Halbwahrheiten und nicht gut recherchierte Argumente diskutieren. Damit verändern wir auch nichts. Stellt euch nur mal vor, alles, was die Macher von KONY 2012 machen, wäre gut, stellt euch vor die Arbeit gegen Kony würde etwas bringen, und stellt euch vor, es gehen 100% des Geldes an die Arbeit gegen Kony, den Warlord. Und stellt euch vor Kony würde beseitigt werden. Dann ist in Afrika immer noch nichts geändert! Die Kampagne bekämpft wieder nur Symptome des eigentlichen Problems. Wenn wir wirklich etwas unternehmen, dann packen wir das Problem doch bitte an der Wurzel! Unterstützt andere Organisationen, die wirklich dort helfen und an einer Verbesserung der Lebensstandards arbeiten. Rotes Kreuz, Brot für die Welt, Ärzte ohne Grenzen, Misereor…

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